Über Urfersheim

Urfersheim kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Die Endung „heim“ deutet auf ein hohes Alter des Ortes hin. Entsprechende Orte gelten als die ältesten Siedlungen (Merowinger-Karolingerzeit) in unserer Region.
Vermutlich war es einst das Heim des Urbir. Dies kann aus der ersten überlieferten Namensnennung Vrbaresheim, wie in einer Schenkung des Ortes von der Gräfin Reginwirt an das Kloster Fulda im 9. Jahrhundert erwähnt, abgeleitet werden. Schenkt man den Historikern Glauben, so dürfte die Ortsgründung in der 2. Hälfte des 6. Jahrhunderts bis zum Ende des 7. Jahrhunderts durch einwandernde Franken erfolgt sein.
Die erste urkundliche Erwähnung geht auf das 12. Jahrhundert zurück (1160 – Abschrift einer nicht mehr vorhandenen Urkunde des 9. Jahrhunderts). Bereits in den ersten Jahrhunderten wurde der Ortsname leicht variiert. 1200 nimmt König Philipp die cives de Vruirsheim in seinen Schutz. Dafür mussten damals jährlich 6½ Malter Korn nach Nürnberg geliefert werden. König Albrecht I. verpfändete im Jahr 1300 Urfersheim zusammen mit anderen Orten an Albert von Hohenlohe zu Entse. Dies wurde 1324 von König Ludwig dem Bayer dem Neueigentümer Ludwig von Hohenlohe bestätigt. 1386 verkaufte Gerlach von Hohenlohe die Gerichtsbarkeit an Rothenburg. Fortan hatte Rothenburg die Privilegien und Gerichtsbarkeit zu Vrfersheim. Die Hohe und Niedere Gerichtsbarkeit wird im Jahr 1525 an Markgraf Kasimir (1481-1527) von Ansbach-Bayreuth abgetreten. Wobei es sich eher um eine Übernahme handelte, da Rothenburg zu dieser Zeit die aufständischen Bauern unterstützte. Die Zehnt -Rechte verblieben bei Rothenburg.
Am 30. Mai 1525 tritt wohl das für die Urfersheimer Geschichte schwärzeste Ereignis ein. Mit den aufständischen Bauern der umliegenden Orte zogen die Urfersheimer gegen Würzburg. Als Vergeltung ließ der Markgraf Kasimir den gesamten Ort samt Kirche niederbrennen. Alles Kirchengerät wurde mitgenommen, das Vieh wurde vertrieben. Kasimir war für seine Grausamkeit bekannt. Nach Niederschlagung des Bauernaufstands ließ er bei einem Strafgericht sechzig Bauern die Augen ausstechen und weitere 80 Bauern enthaupten.
In den Jahren 1602, 1603, 1607, 1611 und 1634 wütete die Pest in Urfersheim. Allein 1634 fielen 60 Urfersheimer der Pest zum Opfer.
Einen bemerkenswerten Zeitzeugen stellt die Urfersheimer Kirche St. Bartholomäus dar. Mit ziemlicher Sicherheit lässt sich die Entstehung des Gotteshauses, auf Grund der eindrucksvollen romanischen Pforte, auf das 12. Jahrhundert zurückdatieren. Der alte Taufstein ist mit der Jahreszahl 1575 versehen. Bis ins Jahr 1453 war die Kirche St. Bartholomäus eine Filialkirche von Westheim und gehörte zum Domstift Würzburg. Urfersheim wurde im Jahr 1528 mit Einführung der Reformation evangelisch. Bemerkenswert ist, dass die Urfersheimer die ersten waren die diesen Schritt in der Region vollzogen.
Mit dem 01.01.1793 wurden die beiden fränkischen Markgrafenschaften – und somit auch Urfersheim – preußisch. Die Niederwerfung der Preußen durch Napoleon im Jahr 1806 führte dazu, dass Urfersheim unter französischer Verwaltung stand. im Jahr 1810 kam es zu Bayern.
Ein weiteres einschneidendes Ereignis war 1935 der Bau des Flugplatzes in Illesheim. Durch diesen verloren die Urfersheimer 94 ha Ackerland und 105 ha Wald. Das waren allein 28% bzw. 81% der gesamten Besitzfläche.
1975 verlor Urfersheim seine politische Selbstständigkeit und wurde mit den umliegenden Gemeinden Westheim und Sontheim nach Illesheim eingemeindet (Gemeindereform).
Im Jahr 1977 verlor Urfersheim mit der Gründung des Schulverbands seine – seit der Markgrafenzeit bestehende – Schuleigenständigkeit.

Quellen:

www.mf-bundtschu.de
www.web-der-weltgeschichte.de
Bericht der Windsheimer Zeitung vom 18.09.1995
Festschrift Urfersheim

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